WOHER KOMMT DER WIND BURA UND WIESO HEISST ER SO

Der edle und mächtige Herrscher hatte eine Tochter namens Bura. Sie war schön und Klug, weshalb sie alle Männer zur Frau wollten. Doch sie lehnte einen nach dem anderen ab. Sie wurde so eingebildet wegen ihrer Schönheit, dass sie sich sogar über die ewigen Göttinnen stellte. Die Göttinnen lehnten sich gegen sie auf und baten den mächtigsten Gott sie zu bestraffen. Der Gott traf sie mit einem Blitz und verurteilte sie auf die Hölle und ewiges Leiden. Jedes mal wenn sich seitdem eine andere Frau wegen der gleichen Sünde zu ihr in die Hölle (das heutige Gebiet von Paklenica) gesellt, erinnert sich Bura weinend und seufzend an ihr früheres Leben und aus ihrem Seufzer bildet sich der Wind. Dieser Wind heißt auch heute noch Bura.

Petar Zoranić, Planine – Otkud izlazi bura i zašto se tako zove

DIE LEGENDE VON DER SCHLANGE UND DEM BISCHOF VON ZADAR

Reitend auf einem Pferd, durchquerte einst ein Bischof von Zadar, Privlaka. Er merkte gar nicht, dass sich im Sandboden eine Schlange versteckte. Die giftige Schlange biss das Pferd des Bischofs das ihn durch einen schnellen Ruck vom Sattel schmiss. Als er vom Pferd fiel und sich dabei verletzte, verfluchte er alle Giftschlangen in Privlaka. Seitdem gibt es in Privlaka keine Giftschlangen mehr. Wissenschaftler dagegen behaupten, dass es wegen der großen Anzahl unterirdischer Gewässer und des Sandbodens in Privlaka keine Schlangen gibt.

BRUNNEN UND BRÄUCHE

In Privlaka gab es den Brauch, dass die Braut am ersten Morgen nach der Hochzeit Kuchen und Äpfel zum Brunnen bringt. Den Kuchen und ein paar Äpfel legte sie auf den Brunnen, während sie die restlichen Äpfel in den Brunnen warf. Die Dorfjungen warteten manchmal den ganzen Abend neben dem Brunnen, um als erste den Kuchen zu ergattern. Die Frauen die tagsüber zum Brunnen kamen um Wasser zu holen, fanden in ihren Schöpfeimern einen Apfel. Dann wussten sie, dass es in ihrem Ort einen neue Braut gab.

DIE BRUNNEN UND DER APFEL

Die Jungen aus Privlaka machten oft, zum Spaß, ein Rennen mit Äpfeln. Es gibt eine Erzählung, die besagt, dass ein Apfel der in den Brunnen geworfen wird schneller die Meeresküste erreicht, als der, der ihn geworfen hat. Der, der ihn geworfen hat begab sich zu Fuß in Richtung Küste, während der Apfel durch die Ströme des unterirdischen Wasser zuerst zur Küste gelang und auftauchte, wartend auf seinen gespannten Finder.

DIE VERWANDLUNG DES SOKOLAR IN WASSER

Die Elfe Prislavka hatte mit dem Meeresgott Proteus zwei Söhne, Sokolar und Novak. Sokolar verliebte sich unsterblich in Jagica, wie auch sie in ihn. Die beste Freundin von Jagica, Ružica wollte Sokolar für sich gewinnen. Sie vergiftete Jagica, die bald darauf starb. Die Liebesgöttin Venera verwandelte Jagica in eine Erdbeere. Sokolars Tränen befeuchteten seine geliebte Erdbeere. Auch das Versprechen seiner Mutter, dass sie für ihn die schönste und edelste Frau finden würde, konnten ihn nicht trösten. Weinend wegen seinem Schmerz und Trauer, auf dem Schoss seiner Mutter, verwandelte sich der Junge in Wasser. Dieses Wasser trägt auch heute noch seinen Namen Sokolar (ein Brunnen in Privlaka).

Petar Zoranić, Planine – Pripovijest o prijetvoru Sokolara u vodu, a Jagice i Ružice u cvijeće

DIE ERZÄHLUNG ÜBER DRAŽNIK, NOVAK UND PRISLAVKA (PRIVLAKA)

Die Elfen Prislavka und Primorka waren Schwestern. Novak, der Sohn von Prislavka und Bruder von Sokolar, begab sich mit Dražnik, seinem Cousin und dem Sohn von Primorka, zur Jagd. Die Elfen der Jagd Mare und Jela sahen die beiden Jungen im Wald und verliebten sich sofort in sie. Beide Jungen küssten ihre Liebsten, Novak seine Mara und Dražnik seine Jela. Als Dijana, die Göttin der Jagd das sah, wurde sie wütend und brachte die beiden Elfen um. Als Wahrung für die anderen, verwandelte sie Mara in Wasser und Jela in einen Baum. Als Novak vom Tod seiner Liebsten erfuhr, verwandelte er sich weinend auf dem Schoss seiner Mutter, genau wie sein Bruder Sokolar, in Wasser. Die Mutter Prislavka starb wegen ihrer Trauer und der Ort in dem sie begraben wurde trägt heute ihren Namen, Privlaka. Proteus, der Meeresgott und Ehemann von Prislavka, mit seinem schwerem Schicksal, umarmt seine liebste Prislavka auf ewig.

Petar Zoranić, Planine – Pripovijest o prijetvoru Dražnika i Novaka u vode, Mare u vrelo, a Jele u drvo i prijetvor Privlake

SABUNJARI

Neben den Fischern und Hartarbeitenden, hoben sich durch schwere Arbeit und Ehrgeiz auch die Sabunjari von Privlaka hervor. Sie waren weit bekannt durch die Aushebung des Sandes aus dem Meer, denn sie auf ihren Schulter zu ihren Schiffen leut, gajet und bracer trugen. Die Erneuerung der Stadt Zadar nach dem Zweiten Weltkrieg ist ihr Verdienst. Als Zeichen des Sieges, Stolzes und Ruhms trägt der heutige Fußballverein den Namen Sabunjar.

 

Video

Fotoalbum